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Forenübersicht » Pfadfinder - Forum » Allgemeines Off-Topic » Der letzte Detektiv von Michael Koser

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42 Beiträge in diesem Thema (offen)
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Jonas1 ist offline Jonas1  
Der letzte Detektiv von Michael Koser
42 Beiträge
Der letzte Detektiv
Eine Science-Fiction-Krimiserie von Michael Koser
Heute: Testmarkt

Jonas: Sie war ein paar Jahre jünger als ich. Um die 35. Dunkles Haar, dunkle Augen, eine wohlgefällige Figur. In einem von diesen weißen Overalls, die nach gar nichts aussehen, und mehr kosten, als ein Detektiv im Monat verdient. In der 40-Quadratmeterklasse, schätzte ich. Auf dem Klientenstuhl in meinem Büro plus Apartment, 22 Quadratmeter und ein paar Zerquetschte, wirkte sie... wie ein aufgeblühter Kirschzweig in einer alten Bierflasche. Ich bin sentimental. Ich mag Kirschblüten.

Judith: Mein Name ist Delgado. Judith Delgado.

Jonas: Judith. Das gefällt mir. Ein Mensch, dessen Name mit J anfängt, kann nicht ganz schlecht sein.

Jonas: Ich heiße Jonas. Nur Jonas. Wie der Typ mit dem Walfisch in der Bibel. Viele Leute wundern sich darüber, daß ich nur einen Namen habe. Ich weiß nicht, warum. Ich meine, besser ein guter Name als drei miese.

Judith: Ich kann es nicht glauben. Onkel Adrian hätte so was nie gemacht.

Jonas: Was?

Judith: Selbstmord. Ich versteh das nicht.

Jonas: Sagen Sie alle.

Judith: Bitte?

Jonas: Sagen Sie alle, wenn der liebwerte Anverwandte endlich freiwillig die Kurve kratzt, weil sich kein Aas um ihn gekümmert hat.

Judith: Ihr Ton gefällt mir nicht.

Jonas: Sam?

Sam: 243, o Herr und Meister.

Judith: 243?

Jonas: Sam führt `ne Liste. Von Leuten, die mir sagen, ihr Ton gefällt mir nicht. Sie sind Nummer 243.

Judith: Ich habe mich um Onkel Adrian gekümmert. Und ich bin ganz sicher, er hat sich nicht umgebracht.

Jonas: Das sagen Sie. Und was steht auf dem Totenschein? Name?

Judith: Judith Delgado.

Jonas: Nicht Ihrer. Onkel Adrian. Name, Nummer, Adresse und so weiter.

Judith: Adrian Delgado. Südstadt, 33. Straße, Nummer 170, Aufgang G, Apartment 93. Bürgernummer 15 B 27 09 1939. Aber das ist unnötig. Ich habe schon...

Jonas: Lassen Sie das mich auf meine Weise machen. Sam?

Sam: Magnifizenz?

Jonas: Todesdatum. Todesursache.

Sam: Hören ist gehorchen, euer Lordschaft. Piep. Herr Adrian Delgado verließ dieses unser irdisches Tal der Tränen aus freien Stücken am 13. März im Jahre des Herrn 2009...

Jonas: Also gestern.

Sam: Indem er das Fenster seines im 9. Stockwerk gelegenen Apartments öffnete und sich, den Kopf voran, durch dasselbe in die Tiefe stürzte. Beim Aufschlag erlitt er folgende, in ihrer Gesamtheit tödliche Verletzungen...

Jonas: Brauchen wir nicht. Ist gut, Sammy.

Sam: Wie Durchlaucht befehlen.

Jonas: Sie haben’s gehört, Judith. Selbstmord. Ganz offiziell. Kein Fall für Jonas.

Judith: Ich kenne den Totenschein. Er lügt.

Jonas: Lassen Sie mich raten. Lebensversicherung?

Judith: Ja, das auch, aber...

Jonas: Zu Ihren Gunsten abgeschlossen. Und bei Selbstmord zahlt die Versicherung nicht. Wie hoch?

Judith: 100.000 Euros. Aber das ist es nicht. Ich hatte Onkel Adrian gern.

Jonas: Rührend. Und was soll ich jetzt tun?

Judith: Nachforschen natürlich. Rauskriegen was wirklich passiert ist.

Jonas: Ich bin der letzte. Der letzte Privatdetektiv. Der letzte freie Beruf. Seit Ärzte und Anwälte Staatsdiener sind. Und Künstler Medienbeamte mit Pensionsberechtigung. Wahrscheinlich bin ich auch der einzige Privatdetektiv. Wenigstens in unserer unschönen, aber großen Stadt Babylon. Ohne Konkurrenz. Nicht, daß es mir viel nützt, aber wer braucht heutzutage schon einen Detektiv? Menschen, die `nen Knacks haben oder eine fixe Idee. Wie Judith.

Jonas: Ich kriege 80 Euros pro Tag und Spesen. Aber ich sag Ihnen gleich: Sie werfen ihr Geld zum Fenster raus.

Judith: Das lassen Sie meine Sorge sein. Ich habe gute Gründe.

Jonas: Klar. Warum sollte sich Onkel Adrian schon umgebracht haben? Warum bringen sich Jahr für Jahr Millionen Menschen um? Sam, die letzten Selbstmordzahlen für Europa.

Sam: Bitte sehr, bitte gleich, o Sahib. Piep. Januar bis Dezember 2008: 4 532 728 Suizide, gleich 0, 37258 % der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 3, 6661 %. Januar bis Februar 2009...

Jonas: Das reicht, Sam. Sehen Sie, Judith, jeder kann sich umbringen, Sie. Ich.

Judith: Ein außergewöhnlicher Computer, den Sie da haben.

Jonas: Sam. Der ist nicht außergewöhnlich. Der ist verrückt. Was, Sammy?

Sam: Wenn du meinst, Mac, du bist der Chef.

Jonas: Außer Walzertanzen und Kinderkriegen kann Sam praktisch alles. Hören, Sehen, sich in zugängliche und auch ein paar unzugängliche Datenbänke einschalten, deduzieren, und reden, vor allem reden. Die Hersteller haben ihn versuchsweise mit allen möglichen ausgefallenen Sprachprogrammen vollgestopft. Und jetzt redet der gute Sam nicht nur wie ein Buch, er tönt wie eine ganze Bibliothek. Deswegen habe ich ihn auch verhältnismäßig billig gekriegt, als ich mit meiner Abfindung aus dem Antarktischen Krieg zurückkam und beschloß, Detektiv zu werden. Wer will sich schon ständig mit einem elektronischen Oberlehrer unterhalten. Ich habe ihm dann noch ein paar neue Sprachprogramme eingegeben, als Gegengewicht sozusagen, und das alles ist ihm ein bißchen durcheinander geraten. Nicht zu reparieren. Man muß sich dran gewöhnen.

Jonas: Darf ich vorstellen: McCoy Incorporated, Typreihe Doktor, Versuchsmodell Chrysostomus, Baujahr 2005. Ich nenne ihn kurz Sam. Sie werden kaum wissen, warum.

Judith: Hallo, Sam.

Sam: Küß die Hand, gnädige Frau.

Judith: Play it again, Sam. Spiel As Time goes by.

Sam: Klaro, Schwester. Auf geht's.

Jonas: Sie kennen Casablanca?

Judith: Aber ja, und ich mag Bogie, und Phil Marlowe, und Sam Spade, und Lew Archer, und Albert Samson, und...

Jonas: Und ich dachte, ich bin der einzige in ganz Babylon. Das muß gefeiert werden. Ein Drink, Bürowhiskey. Original Old Forester. Die letzte Flasche für den letzten Detektiv. Ich darf leider nicht. Mein Magen.

Judith: Cheers, Jonas. Sie spielen Ihre Rolle gut. Aber jetzt könnten Sie eigentlich einen Gang zurückschalten. Ich glaube Ihnen ja, daß Sie genau so ausgekocht sind wie ihre Vorbilder.

Sam: Groß, schnell, hart und voller Stacheln. Raymond Chandler.

Judith: Und deshalb werden Sie auch feststellen, was mit Onkel Adrian passiert ist.

Jonas: Warum lassen Sie den armen Onkel nicht in Frieden ruhen, in seiner Urne oder wo er immer steckt. Ich habe Ihnen doch gesagt...

Judith: Ich habe Ihnen gesagt, Jonas, daß ich gute Gründe habe für meinen Verdacht. Zwei gute Gründe, um genau zu sein.

Jonas: OK, ich höre. Erstens.

Judith: Onkel Adrian war einigermaßen gesund, vergnügt, lebenslustig, überhaupt kein Selbstmordtyp.

Jonas: Und zweitens.

Judith: Lassen Sie Ihren verdrehten Computer feststellen, wie viel Menschen gestern in der Südstadt Selbstmord begangen haben.

Jonas: Von mir aus. Na, was ist denn, Sammy?

Sam: Sie hat mir gar keine Befehle zu geben. Und Sie hat verdrehter Computer zu mir gesagt.

Jonas: Ach was, zier dich nicht. Komm rüber mit den Zahlen.

Sam: Aye Aye, Sir. Piep. Piep. Ich bedaure unendlich. Aber die gewünschte Information ist mir nicht zugänglich. Sie ist klassifiziert und codiert. Dritte Geheimstufe.

Jonas: Nanu. Seit wann?

Sam: Seit dem 12. März 2009, großer Meister.

Jonas: Moment. Die Selbstmordzahlen der Südstadt für gestern sind seit vorgestern klassifiziert?

Sam: Soll ich es dir auch noch buchstabieren, Kumpel?

Jonas: Merkwürdig. Und Sie wußten das, Judith?

Judith: Ich arbeite im Ministerium für Statistik und Soziographie.

Jonas: Aha. Können Sie den Code beschaffen?

Judith: Ich will’s versuchen. Ich ruf Sie an. Das heißt, wenn Sie den Fall übernehmen und für mich arbeiten wollen.

Jonas: Weil Sie Bogie und Konsorten kennen, Judith. Weil an der Sache was faul ist. Weil ich momentan nichts Besseres vorhabe. Abgemacht.

Judith: Auf Ihren neuen Fall, Jonas.

Jonas: Und weil ich Kirschblüten mag.

Jonas: Die Südstadt, vor einem knappen halben Jahrhundert gebaut, ist schon vier-mal saniert worden. Diverse Wohnungsgesellschaften haben sich gesundgestoßen, aber sonst hat sich nicht viel geändert. Immer noch dieselben Hochhäuser, die aussehen wie riesige angegraute Käsestücke. Voller Löcher und Schimmel. Und Maden, dicht an dicht. Irgendwo müssen sie ja wohnen. Aber die Südstadt ist kein Slum, Gott bewahre, sie ist ein Wohngebiet mit spezifischen strukturellen Problemen. Das sagt die Bürgermeisterin jede Woche in ihrer Fernsehshow. Und die muß es wissen. In Onkel Adrians Haus war der Fahrstuhl kaputt. Die Fahrstühle in der Südstadt sind immer kaputt. Um wieder zu Atem zu kommen, studierte ich im 9. Stock die Graffiti. Das übliche. Die Tür zu Apartment 93 war versiegelt. Ich klopfte. Im Spion der Tür von Apartment 95 hatte ich was gesehen. Ein blutunterlaufenes Falkenauge. Das Übliche.

Nachbarin: Keiner da, junger Mann. Was wollen Sie denn?

Jonas: Telegramm für Herrn Delgado.

Nachbarin: Delgado. Der wohnt nicht mehr hier.

Jonas: Ausgezogen?

Nachbarin: Nicht direkt.

Jonas: Wissen Sie, wo ich ihn erreichen kann?

Nachbarin: Da müssen Sie sich schon Flügel anschaffen, junger Mann.

Jonas: Eine Kipperin. Das übliche. Die Südstadt ist voll von Kippern. Und nicht nur die Südstadt. Die Dame war in Alkohol eingelegt worden und seit Jahren gut durchgezogen. Nicht mehr weit zum Delirium. Ich frage mich, was sie heute sehen, wo’s keine Elefanten mehr gibt, und keine weißen Mäuse. Vielleicht karierte Computer.

Nachbarin: Wo haben Sie denn das Telegramm?

Jonas: In der Tasche.

Nachbarin: Und Ihre Uniform?

Jonas: In der Reinigung. Delgado ist tot?

Nachbarin: Toter geht’s gar nicht. Gestern Abend haben sie ihn im Lichthof abgekratzt. Aus dem Fenster gesprungen. Was man hier so Fenster nennt.

Jonas: Selbstmord?

Nachbarin: Muß wohl.

Jonas: Probleme?

Nachbarin: Haben Sie keine, junger Mann? Aber wo Sie so fragen. Delgado ist der letzte, der so was macht, hab ich immer gedacht. Kam ab und zu rüber und trank einen Schluck mit. Wollen Sie auch einen?

Jonas: Danke, mein Magen. Aber lassen Sie sich nicht stören.

Jonas: Sie war eine reinliche Person und trank gleich aus der Flasche. Ein Glas weniger zum Abwaschen.

Nachbarin: Vorgestern war er noch hier. Ganz munter. Am Wochenende wollte er eine Tour machen, zu einem von diesen Vergnügungssatelliten. Er hat mir die Prospekte gezeigt. Und dann springt er vorher in den Lichthof. Ist schon komisch.

Jonas: Vielleicht war’s ein Unfall.

Nachbarin: Klar, junger Mann. Delgado ist auf einen Stuhl gestiegen und hat sich dann durchgezwängt. Das müssen Sie nämlich tun, wenn Sie hier aus Versehen aus dem Fenster fallen wollen.

Jonas: Es könnte ihn ja auch jemand gestoßen haben.

Nachbarin: Wer denn, junger Mann? War ja keiner bei ihm, als es passiert ist. Ich seh alles. Ich weiß Bescheid. Er war ganz allein. Ganz allein mit sich selbst. Wollen Sie nicht doch was trinken?

Jonas: Immer noch nicht. Hat er im Lauf des Tages Besuch gehabt?

Nachbarin: Besuch? Wer?

Jonas: Der Staatspräsident, wer denn sonst?

Nachbarin: Sie nehmen mich hoch, junger Mann. Manchmal kam seine Nichte. Nette Person. War aber schon `ne Woche nicht mehr hier.

Jonas: Und gestern?

Nachbarin: Kein Mensch. Bloß irgend so ein Mädchen mit 'ner Warenprobe.

Jonas: Warenprobe? Was für eine Warenprobe?

Nachbarin: Keine Ahnung. Bei mir hat sie nicht geklingelt. Kosmetik oder so was. Weißen Kittel hatte sie an. Tja, und der Postroboter natürlich. Mit der Reklame.

Jonas: Fünf Häuser weiter war ein Laden. Im Schaufenster künstliches Immergrün und auf einem lila Podest eine angestaubte Designer-Urne, daneben ein Schild: Für die letzte Wohnung ihrer Lieben ist das Beste gerade gut genug. Das gab mir zu denken.

Bestattungsunternehmer: Sie haben einen schmerzlichen Verlust erlitten, mein Herr.

Jonas: Eine Tante.

Bestattungsunternehmer: Oh. Mein tief empfundenes Beileid. Mitten im Leben...

Jonas: Heute rot, morgen tot.

Bestattungsunternehmer: Wie wahr, wie wahr, mein Herr. Rasch tritt der Tod den Menschen an.

Jonas: Rasch ist das treffende Wort. Sie ist aus dem Fenster gesprungen.

Bestattungsunternehmer: Ist ja nicht zu glauben.

Jonas: Wieso? Das kommt vor.

Bestattungsunternehmer: Und wie das vorkommt. Hinten hab ich 11 Fensterstürze liegen, 11, mein Herr, alle von gestern, alle aus dieser Straße.

Jonas: Wie das Leben so spielt.

Bestattungsunternehmer: Sie meinen, der Tod. Tja. Scherz beiseite. Woran dachten Sie? Super Luxus, 1a deluxe?

Jonas: Wissen Sie, ich habe sie ja kaum gekannt, wie das so ist.

Bestattungsunternehmer: Ich verstehe, mein Herr, schlicht und gediegen. Raum ist in der kleinsten Hütte, nicht wahr? Wenn ich Ihnen unsere beliebte Grundausstattung zeigen darf.

Jonas: Ein ander Mal. Geben Sie mir Ihre Preisliste. Ich melde mich.

Jonas: Die Telefonzelle an der Ecke war kaputt. Die Telefonzellen in der Südstadt sind immer kaputt. Schließlich fand ich eine, die funktionierte. Die Kaputtmacher mußten sie vergessen haben. Ich rief die Polizeidirektion Südstadt an.

PoPo1: Ja?

Jonas: Ich brauch ne Auskunft. Über `nen Selbstmord.

PoPo1: Was Sie nicht sagen. In der Südstadt. Fenstersturz.

Jonas: Ja.

PoPo1: Ich geb Sie weiter.

PoPo2: PoPo. Sie wünschen.

Jonas: Wie war das?

PoPo2: Wie war was?

Jonas: Wie haben Sie sich gemeldet?

PoPo2: PoPo. Populationspolizei.

Jonas: Oh, falsch verbunden.

PoPo2: Glaub ich nicht, Freundchen. Was wollen Sie?

Jonas: Ein angeblicher Selbstmordfall. Sind Sie dafür zuständig?

PoPo2: Wir sind immer zuständig, Freundchen.

Jonas: Wenn Sie meinen. Also, Adrian Delgado, Nummer 15 B 27 09 1939.

PoPo2: Ja und?

Jonas: Eindeutiger Selbstmord? Oder...

PoPo2: Oder was? Natürlich Selbstmord. Ganz klar. Wer sind Sie?

Jonas: Kein Zweifel? Keine Verdachtsmomente?

PoPo2: Wer sind Sie? Von wo sprechen Sie?

Jonas: Was meinst du, Sam?

Sam: Die Affäre, der Hochwürden zur Zeit ihre Energie widmen, gibt ein Odeur ab, welches als wenig erfreulicher als unangenehm zu bezeichnen ich mich nicht enthalten kann.

Jonas: Noch mal, Sam.

Sam: Genosse, die Sache stinkt zum Himmel.

Jonas: Du sagst es, Sammy.

Jonas: Sam hatte ich natürlich bei mir. Das heißt, nicht den großen Terminal, der steht fest im Büro, sondern Sam zwo. Sam zwo ist eine drahtlose Extension, ein Kästchen, das bequem in jede Tasche paßt und seine Energie aus Batterien bezieht. Ansonsten ist der Sam zwo derselbe Sam wie die große Nummer eins. Bißchen verrückt, eine mächtige Klappe, und viel dahinter.

Sam: Wenn Sie mir den Vorschlag gestatten, Sir, es wäre ratsam, diesen Ort auf schnellstem Wege zu verlassen. Ohne Zweifel dürfte man bei der Populationspolizei bereits fieberhaft damit beschäftigt sein, das Telefonat zurückzuverfolgen.

Jonas: Eigentlich wollte ich noch schnell Judith anrufen.

Sam: Kannst du zuhause machen. Hau endlich ab, Mensch, sonst kriegen sie uns am... am... am Kragen, o Herr, o Meister.

Jonas: Hast ja recht, Sammy. Rikscha!

Jonas: Daß ich mir `ne Rikscha leistete, brachte nicht viel ein. Ich mußte trotzdem fast den ganzen Weg nach Hause laufen. Ein Pechtag. Die Kusbekische Befreiungsfront hatte in meinem Viertel was in die Luft gesprengt, ein Konsulat oder Kulturzentrum, und die Terrorpolizei sperrte weiträumig ab, wie sie das nennt. Eine interessante Technik. Bombenleger fängt man dadurch nicht, aber das Publikum merkt wenigstens, daß die Freunde und Helfer sich Mühe geben. Als ich nach Hause kam, war es schon dunkel.

Judith: Ich hab den ganzen Nachmittag versucht, Sie anzurufen, Jonas.

Jonas: Ich war unterwegs. In Ihrer Angelegenheit.

Judith: Haben Sie was erreicht?

Jonas: Ein bißchen. Besuchen Sie mich, dann erzähle ich es Ihnen.

Judith: Später, Jonas, wenn Sie den Fall abgeschlossen haben.

Jonas: Was ist mit dem Code?

Judith: Es war nicht ganz leicht, aber ich habe ihn. Schreiben Sie mit.

Jonas: Mit der Codezahl kam Sam ohne Probleme in die geheime Selbstmordstatistik der Südstadt. Und was er da entdeckte, war schon seltsam. Wenn auch nicht gerade eine Überraschung, nach allem, was ich heute mitgekriegt hatte.

Sam: Die Selbstmordrate der Südstadt für den 13. März liegt allgemein um 217 % über dem Durchschnitt. Selbstmord durch Sturz aus dem Fenster bzw. von einem hochgelegenen Standort: 489 % über Durchschnitt.

Jonas: Zufall?

Sam: Zufälliges Ergebnis, Wahna, seien gänzlich undenkbar. Wahrscheinlichkeit dafür liegen bei 0,00.

Jonas: OK. Sammy, OK OK, sei mal `nen Moment still. Ich muß nachdenken.

Sam: Zum Nachdenken dürfte bei aller Bescheidenheit meine geringe Person weitaus geeigneter sein als ihro Durchlaucht.

Jonas: Du sollst still sein, habe ich gesagt.

Sam: Durchlaucht schaden sich selbst, aber wie Durchlaucht wünschen. Ein Computer gehorcht und schweigt. Wie das Grab. Nichts sagen, nicht fragen, und nur nicht verzagen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Nur in der Stille reift ein großer Geist.

Jonas: Ich hab’s.

Sam: Wird schon was rechtes sein.

Jonas: Hör auf zu Mosern, Sam, tu lieber was.

Sam: Und was befehlen Eminenz?

Jonas: Gib mir die durchschnittliche Persönlichkeitsstruktur von allen, die gestern in der Südstadt aus dem Fenster gesprungen sind.

Sam: Bitte sehr. Piep. Männlich und weiblich. Über 55 Jahre. Allein lebend. Keine feste Beziehung. Keine zeitweilige Partnerschaft. Keine Gruppe. Keine Kinder. Wohnraumklasse zwischen 15 und 25 qm.

Jonas: Eben Südstadt. Millionäre wohnen da nicht.

Sam: Wünschen Monsignore Einzelheiten? Hobbys, bevorzugte Videos, Biorhythmen und so weiter?

Jonas: Nicht nötig, Sammy.

Sam: Wie Sie wollen. Sie sind der Boss. Sag ich also nichts zum persönlichen Hygienefaktor.

Jonas: Hygienefaktor? Na klar! Was ist mit dem Hygienefaktor?

Sam: Um 67, 74 % über dem Durchschnitt. Interessant, Sahib?

Jonas: Aber ja. Und jetzt suchst du mir...

Sam: Derrick Kracau, 29. Straße, Nummer 5, Aufgang C, Apartment 142.

Jonas: Wer ist das?

Sam: Na wer schon, Meister? Ein Mensch, welcher sich jeglicher Merkmale vorbenannter Persönlichkeitsstruktur erfreut, jedoch, und das ist, wenn Sie mir den Kalauer verzeihen, der springende Punkt, nicht durch einen Sprung aus dem Fenster seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Das war es ja wohl, was Eminenz wollten.

Jonas: Ja aber ich hab doch noch gar nichts gesagt!

Sam: Sam nur armer kleiner Computer, Massa, aber Sam denken unheimlich schnell.

Jonas: Wundere dich nicht, wenn du eines schönen Tages in der Schrottmühle landest.

Sam: Zu Befehl. Nicht wundern. Fahren wir in die Südstadt, Majestät?

Jonas: Morgen früh, Sam. Klapp das Bett raus.

Sam: Gesegnete Ruhe, eure Heiligkeit. Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen beda-hacht...

Jonas: Derrick Kracau trug einen Nostalgie-Haarschnitt a la Punk, das neueste an Körperfarben und ansonsten nicht viel, abgesehen von zahllosen Kettchen an Hals, Armen, Beinen und um seine unübersehbar 60jährige Taille. Er duftete nach allen Estern des Orients, und verströmte soviel Charme wie ein gesprungenes Bidet.

Kracau: O, je früher der Morgen, desto schöner die Gäste. Sagen Sie nichts. Lassen Sie mich raten. Sie sammeln für die St. John-Lennon-Kapelle. Nein? Sie verkaufen illegale Holos? Auch nicht? Dann sind Sie vielleicht ein böser böser Räuber, hmh, und wollen mir unaussprechlich gräßliche Dinge antun, hmh?

Jonas: Seh ich so aus?

Kracau: Nicht? Schade.

Jonas: Wenn ich richtig informiert bin, Herr Kracau, sind Sie vorgestern von einer unserer Vertreterinnen aufgesucht worden.

Kracau: Vorgestern? Ach Sie meinen dieses schnippische Weibstück mit der kostenlosen Probetube Zahncreme. Dentomed oder wie das Zeug heißt.

Jonas: Ganz recht, Herr Kracau, haben Sie die Zahnpasta inzwischen benutzt?

Kracau: Ich bitte Sie. Meine Beißerchen scheuere ich mich Diospecial. Nur mit Diospecial. Seit Jahren. Da werd ich doch nicht von heute auf morgen mir nichts dir nichts auf irgendeine neue vulgäre Marke umsteigen.

Jonas: Ihr Glück. Haben Sie die Probe noch?

Kracau: Moment. Muß hier irgendwo sein. Hat sich versteckt das freche Ding. Ja, hier haben wir’s. Hier.

Jonas: Danke. Ich muß die Tube einziehen, Herr Kracau.

Kracau: Aber aber. Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen.

Jonas: Unsere Marketing-Group hat einen kleinen Fehler gemacht. Das Produkt ist noch nicht endgültig freigegeben. Nebenwirkungen, Sie verstehen, Kontraindikationen. Wir müssen noch eine Testreihe durchführen.

Kracau: O Gott O Gott, da wären mir womöglich die Beißerchen ausgefallen, wenn ich das Zeug genommen hätte.

Jonas: Womöglich, aber es ist ja nichts passiert. Putzen Sie sich weiter die Zähne mit Diospecial, Herr Kracau, kaufen Sie sich ein paar neue Kettchen, und vergessen Sie ab und zu Ihren Geburtstag, das hält frisch.

Kracau: Oh!

Jonas: Dentomed, Sam.

Sam: Piep. Eine Firma beziehungsweise eine Warenmarke dieses Namens ist weder im Handelsregister noch in einer anderen in Frage kommenden Datei eingetragen, Milord.

Jonas: Dachte ich mir.

Jonas: Jetzt brauchte ich einen Wissenschaftler. Nebenwirkungen, Kontraindikationen, Testreihen, das sagt sich leicht. Die praktische Anwendung war schon schwieriger. Zu schwierig für einen einfachen Privatdetektiv. Auch Sam war da überfragt. Ausnahmsweise. Dr. Prosper war ein Star an der Uni gewesen, bis sie ihn gefeuert hatten, um den Nobelpreis zu kriegen soll er Forschungsergebnisse gefälscht haben. Er selbst behauptet, ein Konkurrent habe ihn reingelegt. Früher hatte Dr. Prosper am Markgrafenboulevard gewohnt, jetzt hauste er draußen im Osten, in einer Gegend, die sogar die Bürgermeisterin als Slum bezeichnen konnte, ohne rot zu werden. Er hatte sich ein kleines Labor eingerichtet, und tat für Geld alles. Fast alles.

Dr. Prosper: Erst... erst mal das Wichtigste. 2... 200 Euros. In bar. Und im Voraus.

Jonas: 100. 50 jetzt, 50 wenn Sie fertig sind.

Dr. Prosper: Geben... Geben Sie her. Was... was soll ich tun?

Jonas: Sehen Sie sich das hier mal ein bißchen näher an.

Dr. Prosper: Zahnpasta. Warum... warum gehen Sie nicht zu Warentest oder zum... zum Konsumentenbund?

Jonas: Wollen Sie sich 100 Euros verdienen oder nicht?

Jonas: Er wirkte nervös. Seine wasserblauen Augen schwammen ängstlich hinter dicken Brillengläsern. Wie Picassofische im Aquarium. Vielleicht hatte er eine Vorahnung. Vielleicht hatte er auch bloß nicht ausgeschlafen. Aber Jonas ist ein harter Bursche. Ohne mit der Wimper zu zucken, nimmt er Babys den Schnuller weg. Einen vergammelten Doktor bei der Stange zu halten, ist für ihn ein Kinderspiel.

Dr. Prosper: Irgendwas... irgendwas krumm an der Sache?

Jonas: Und noch 20 drauf, weil Sie’s sind.

Dr. Prosper: OK. Gift?

Jonas: So was ähnliches. Kennen Sie ein Psychopharmakon, das zu Selbstmord führt?

Dr. Prosper: Eine... eine Suiziddroge?

Jonas: Eine Droge, die Menschen dazu bringt, aus dem Fenster zu springen.

Dr. Prosper: Möglicherweise ein...ein Salzsäurederivat. Und so was soll da drin sein?

Jonas: Würde mich nicht überraschen. Stellen Sie’s fest. Morgen früh um 9 komm ich wieder.

Dr. Prosper: Viel zu kurz.

Jonas: 120 Euros.

Dr. Prosper: Unmöglich.

Jonas: Und seien Sie vorsichtig. Lassen Sie die Tube nicht offen rumliegen.

Dr. Prosper: Wo versteckt der weise Mann ein Blatt?

Jonas: Keine Ahnung. Also bis morgen, Dr. Prosper. Es war mir ein Vergnügen.

Dr. Prosper: Sie mich auch, Jonas.

Jonas: Am nächsten Morgen pünktlich um 9 stand ich wieder vor der Tür. Ich klingelte. Ich klopfte. Nichts rührte sich. Ich gab der Tür einen kleinen Tritt. Sie ging auf. Dahinter lag ein Chaos, das gestern noch ein Labor gewesen war. Splitter, Scherben, zerschlagene Käfige, tote Ratten. Und ein toter Mann, der gestern noch Dr. Prosper gewesen war.

Jonas: Erstochen. Mit seinem eigenen Skalpell. Und dann haben die Mörder Kleinholz gemacht.

Sam: Dreimal dürfen Hoheit raten, was sie gesucht haben. Die Frage ist: Konnte Dr. Prosper die Tube Zahnpasta so geschickt verbergen, daß es den Mördern nicht gelang, sie zu finden?

Jonas: Das ist die Frage, Sammy. Du sagst es. Ich seh sie nicht.

Sam: Wo versteckt der weise Mann ein Blatt?

Jonas: Du bist auf dem falschen Dampfer, Sam. Wir suchen kein Blatt, wir suchen Zahnpasta.

Sam: Schon des Öfteren hatte euer bescheidener Diener Gelegenheit, festzustellen, daß die literarische Bildung euer Durchlaucht sich als recht lückenhaft erweist, sofern es sich nicht um Autoren wie Hammett, Chandler, Macdonald etc. handelt. Was ich soeben sagte, wobei ich lediglich wiederholte, was Dr. Prosper gestern Ihnen gegenüber äußerte, ist ein Zitat. Ein Zitat aus einer Kurzgeschichte des antiken Detektivschriftstellers Gilbert Keith Chesterton.

Jonas: Kenn ich nicht.

Sam: Wo versteckt der weise Mann ein Blatt, fragt eine Figur, und die Antwort lautet: Im Walde.

Jonas: Ja und?

Sam: Wo versteckt der weise Mann eine Tube Zahnpasta?

Jonas: In der Waschnische.

Sam: Na bitte, es geht doch, wenn euer Wohlgeboren Ihr Hirn ein wenig strapazieren.

Jonas: Und hier... hier ist sie, die Tube. Ein bißchen zerdrückt, in einem schmutzigen Glas, neben einer zerfaserten Zahnbürste.

Sam: Durchlaucht werden mir darin zustimmen, daß es Dr. Prosper vor seinem unzeitigen Tod nicht vergönnt war, die von Durchlaucht gewünschte Untersuchung vorzunehmen.

Jonas: Sieht nicht so aus. Und was machen wir jetzt?

Jonas: Ich sah aus dem offenen Fenster. Es hatte angefangen zu regnen. Ein grau-gelber Himmel hing über der Stadt, wie das Fell einer ertrunkenen Siamkatze. Schöner Satz, nicht? Direkt aus dem Poesiealbum des Privatdetektivs.

Jonas: Also eins steht fest: Wir können das Zeug nicht testen.

Sam: Einerseits sehe ich mich gezwungen, euer Gnaden darin rechtzugeben. Andererseits jedoch...

Jonas: Sammy, du hast ne Idee?

Sam: Schallt nicht, o großer Vorsitzender, aus jener Ecke ein gewisses Quieken an mein elektronisch Ohr?

Jonas: Eine von Prospers Ratten. Im Käfig. Unter dem Bett. Die Kerle haben sie übersehen.

Sam: Zweifellos, Milord. Besagtes Übersehen eröffnet uns die Möglichkeit, wenn auch nicht zu einem Test im streng wissenschaftlichen Sinne, so doch zu einer gewissen informellen Überprüfung und, wie zu vermuten, Bestätigung unseres Verdachts.

Jonas: Moment mal, Sammy. Du meinst, ich soll der Ratte die Zähne putzen?

Sam: In aller Bescheidenheit, Sahib, es wäre ausreichend, dem Tier die verdächtige Zahncreme durch Maul und Speiseröhre in den Verdauungstrakt zu praktizieren.

Jonas: Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja. Ich... ich will dir was verraten, Sammy, ich... ich ekle mich vor Ratten.

Sam: 1984.

Jonas: 1984? Da war ich 16, und hab mich auch schon vor Ratten geekelt.

Sam: Eine literarische Reminiszenz, o großer Bruder.

Jonas: Denk an die Schrottmühle, Sammy.

Sam: Alles klar, Käpt'n, also los.

Jonas: Wenn es unbedingt sein muß. Na, komm, Tierchen, komm. Komm, sieh mal, leckere Zahnpasta.

Jonas: Einer Ratte Zahnpasta eintrichtern, das macht Jonas mit der linken Hand. Die rechte braucht er nämlich, um dem Vieh das Maul aufzuhalten. Wie gesagt, Jonas ist ein harter Bursche. Wenden Sie sich vertrauensvoll an ihn, wenn Sie ausgefallene zoologische Probleme haben. Kamel durchs Nadelöhr? Kleinigkeit.

Jonas: Uaäh, das wär’s.

Sam: Der näheren physiologischen und, wenn man so sagen darf, psychosomatischen Verwandtschaft mit homo sapiens wegen, wäre ein Hausschwein ohne Frage ein weit geeigneteres Versuchstier, o Herr und Meister. Da uns ein solches jedoch nicht zur Verfügung steht...

Jonas: Ein Schwein? Warum nicht? 100.000 Euros auf dem schwarzen Markt, oder wir klauen eins aus dem Zoo.

Sam: Das, großer Lehrmeister und Steuermann, dürfte unnötig sein. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Verhalten unserer Ratte richten wollten...

Jonas: Das Vieh dreht durch. Rennt hin und her wie angestochen. Schmeißt sich gegen das Gitter.

Sam: Steh nicht rum, Mensch, stell den Käfig aufs Fensterbrett. Mach die Schiebetür auf. Sofern meine demütigen Anregungen euer Majestät genehm sind.

Jonas: Sie ist aus dem Fenster gesprungen!

Sam: Quod erat demonstrandum, domine.

Jonas: Also wirklich eine Selbstmorddroge. Verschwinden wir, Sammy.

Sam: Im Prinzip ja, Chef. Mein juristisches Programm unter besonderer Berücksichtigung legaler Probleme im privatdetektivischen Bereich weist jedoch darauf hin, euer Ehren, daß am Schauplatz eines Verbrechens, in Sonderheit eines Kapitalverbrechens, gewisse gesetzlich vorgeschriebene Pflichten nicht umgangen werden sollten.

Jonas: Die Polizei? Meinst du wirklich, wir sollten sie rufen?

PoPo2: Nicht mehr nötig, Freundchen.

PoPo1: Wir sind schon da.

PoPo 2: Sagte der Hase zum Schwinegel.

Jonas: Zwei Kleiderschränke in den geschmackvollen schwarz-roten Uniformen der PoPo marschierten ins Zimmer, und fingen an, Pingpong zu spielen, mit mir als Ball. Und das meine ich nicht nur bildlich.

PoPo1: Hände übern Kopf.

PoPo2: Sie sollten sich schämen. So eine Unordnung. Wie sieht denn das aus?

PoPo1: Da liegt `ne Leiche, Chef.

PoPo2: Aber aber das geht nun wirklich zu weit.

Jonas: Lassen Sie mich erklären.

PoPo2: Lassen wir ihn, Bo?

PoPo1: Ich weiß nicht, warum eigentlich?

Jonas: Hören Sie...

PoPo2: Schnauze. Sieh mal nach, was er in der Tasche hat, Bo.

PoPo1: Keine Waffe, Chef. Bloß `ne Computerextension. Und ne Brieftasche. 180 Euros.

PoPo2: Besser als gar nichts. Her damit.

PoPo1: Rentenkarte, Ausweis.

PoPo2: Willst du den Herrn nicht vorstellen, Bo?

PoPo1: Jonas heißt er.

PoPo2: Und?

PoPo1: Nichts und. Nur Jonas.

PoPo2: Ach, schlicht und sparsam.

PoPo1: Ja, und von Beruf ist er... na so was, Privatdetektiv.

PoPo2: Privatdetektiv. So so. Was machen Sie hier?

Jonas: Ich warte. Auf Godot.

PoPo2: Auf wen?

Jonas: Godot.

PoPo2: Nie gehört. Bo, kennst du einen Typ, der Godot heißt?

PoPo1: Kenn ich nicht, Chef.

PoPo2: OK, stell den Fernseher an, Bo.

Sportreporter: Und jetzt, meine Damen und Herren, geht er vorbei, der Großgewachsene...

PoPo2: Lauter Bo.

Sportreporter: ...in der roten Ecke, löst sich aus dieser...

PoPo2: Halt ihn fest, Bo. So mein Freund, Jonas, Privatdetektiv. Schnüffler.

Sportreporter: ...durch die Deckung hindurch... ein ungeheurer Haken, auf die Kinnspitze, taumelt zurück, in die blaue Ecke, ist schon fast am Boden, da setzt er noch einmal nach, schon wieder und noch einmal, und das ist das Ende, Pluto liegt nur noch in den Seilen, jetzt rutscht er ab, ein gezielter Tritt in den Unterleib, da liegt Musik drin, liebe Sportsfreunde, und der Gong: der Kampf ist aus.

Jonas: Ich war Tarzan, und hüpfte im Urwald von Ast zu Ast. Ich brüllte den Kriegsschrei der großen Menschenaffen, und zertrat alle Bullen der Welt unter meinen Spreizfüßen. Ich war der Größte, und Judith sah bewundernd zu mir auf. Wenn mir nur der Kopf nicht so wehgetan hätte.

Wärter: Er kommt zu sich, Frau Professor.

Frau Prof. Caligari: Gut so. Gehen Sie vor die Tür.

Jonas: Es ist eine dumme Frage, ich weiß. Jeder stellt sie, wenn er was auf die Birne gekriegt hat. Und wenn die kleinen grauen Zellen wieder anfangen, sich zu drehen. Aber ich will’s wirklich wissen: Wo bin ich?

Frau Prof. Caligari: Im Zentralkrankenhaus. In der geschlossenen Abteilung.

Jonas: In der Klapsmühle.

Frau Prof. Caligari: Wenn Sie sich so ausdrücken wollen.

Jonas: Warum bin ich ans Bett gefesselt?

Frau Prof. Caligari: Zu Ihrem eigenen Besten. Sie sind krank. Sie könnten sich etwas antun.

Jonas: Aus dem Fenster springen, zum Beispiel.

Frau Prof. Caligari: Zum Beispiel.

Jonas: Sie trug einen weißen Kittel und die Aura selbstverständlicher Autorität. Ihre Augen waren klar und kalt wie zwei Eiszapfen am Nordpol. Sie musterten mich, als ob ich eine mäßig interessante Leiche auf dem Seziertisch sei. Und das war ich ja wohl auch. Oder so gut wie.

Jonas: Wer sind Sie?

Frau Prof. Caligari: Professor Caligari.

Jonas: Sind Sie Chefärztin oder so was?

Frau Prof. Caligari: Man hat mich geholt. Sie sind ein besonderer Fall, Jonas. Mein Fall. Sie leiden unter gefährlichen Halluzinationen.

Jonas: Was Sie nicht sagen.

Frau Prof. Caligari: Sie bilden sich ein, daß vor drei Tagen in der Südstadt einer Anzahl von Personen ohne ihr Wissen eine Droge zugespielt wurde, die sie gegen ihren Willen zum Selbstmord veranlaßte.

Jonas: Verrückte Idee, nicht wahr?

Frau Prof. Caligari: Wir mußten Sie stoppen, ehe Sie im Verlauf ihrer Nachforschungen weitere, noch gefährlichere Wahnvorstellungen entwickelten.

Jonas: Zum Beispiel?

Frau Prof. Caligari: Daß es sich beim Geschehen in der Südstadt um einen groß angelegten Feldversuch gehandelt habe, geplant und durchgeführt von einer streng geheimen Organisation, die wir ZIP nennen könnten: Zentralinstitut für Populationsforschung. Daß ZIP unterstützt und finanziert von der Wirtschaft und von der hohen Politik nur zu dem einen Zweck etabliert worden sei, das große Problem unserer Zeit, die Überbevölkerung, in den Griff zu bekommen. Daß ZIP als eine mögliche Lösung des Problems eine Selbstmorddroge entwickelt und auf einem leicht zugänglichen, nach allen Regeln der Marketing-Analyse präparierten Testmarkt erprobt habe. Die notwendige Vorstufe zu einer weit umfassenderen, womöglich globalen Anwendung des Produkts.

Jonas: Was haben Sie mit mir vor?

Frau Prof. Caligari: Allem Anschein nach ist Ihre Krankheit unheilbar. Aber ich bin überzeugt, daß ich eine, wie soll ich sagen, angemessene Therapie gefunden habe. Wir müssen verhindern, daß Sie mit Ihren fixen Ideen Unruhe in die Öffentlichkeit tragen und die hypothetische Arbeit des hypothetischen Instituts stören. Das werden Sie einsehen. Leben Sie wohl, Jonas. Verzeihen Sie, ich wollte nicht zynisch sein.

Jonas: Ich kam mir vor, als habe man mich zum zweiten Mal zusammengeschlagen. Selbstmorddroge. Feldversuch. Testmarkt. ZIP. Frau Professor Caligari. Das war ein bißchen viel auf einmal. Der Wärter kam und brachte mir ein Tablett mit Essen. Er band mich los, vorsichtig, mit einer Hand. In der anderen hielt er eine entsicherte Pistole.

Wärter: Keine krummen Touren. Ich steh direkt vor der Tür. Mit meiner Kanone.

Jonas: Und das Fenster?

Wärter: Sehr komisch. Guten Appetit.

Jonas: Sam? Sammy?

Sam: Hier bin ich, o Herr und Meister.

Jonas: Wo, Sam, wo bist du?

Sam: Im Schrank, Chef. Mit ihren übrigen Sachen. Es wäre angebracht, daß Durchlaucht Ihren Diener baldmöglichst befreiten. Zwecks gemeinsamer Delibration.

Jonas: Moment. Wuah. Noch 'n bißchen groggy. So. Sammy, Sammy, wie kommen wir hier raus?

Sam: Würden Magnifizenz die Güte haben, aus dem Fenster zu blicken?

Jonas: Wenn du meinst. Unmöglich, Sam. Wir sind im 20. Stock. Mindestens. Da kann keiner runter klettern.

Sam: Ich dachte auch weniger an Klettern, o Sahib, eher an Springen.

Jonas: Bist du verrückt?

Sam: Das wissen Hoheit doch. In diesem Falle allerdings...

Jonas: Das Essen!

Sam: Ohne jeden Zweifel. Wissen wir nicht, spätestens seit dem zugegeben kruden Test an Dr. Prospers Ratte, daß die Selbstmorddroge oral zugeführt wird?

Jonas: Eine angemessene Therapie, hat sie gesagt.

Sam: Exzellenz sollten die Erwartungen der Dame nicht enttäuschen.

Jonas: Meinst du im Ernst, ich soll aus dem Fenster springen, Sam?

Sam: Gewissermaßen indirekt, erhabener Monarch. Wenn ich meine Vorstellungen erläutern dürfte...

Jonas: Sam sagte mir genau, was ich tun sollte. Und ich tat es. Aaaah!

Wärter: Na bitte. Oh!

Sam: Eine ausgezeichnete Performance, euer Lordschaft.

Jonas: Natürlich war ich nicht aus dem Fenster gesprungen. Ich stand auf dem Außensims, klammerte mich mit den Zehen fest. Und als der Wärter seinen häßlich-en Ballon raussteckte, kriegte er was ins Genick. Mit meinem eisenbeschlagenen Schuh. Er schlug lang hin und blieb liegen. Für längere Zeit außer Gefecht, vielleicht für immer. Von mir aus, ich würde deshalb nicht schlechter schlafen. Ich zog seine weiße Uniform an. In der Tasche fand ich seinen Identi-Disk. Kein Problem, damit durch die gesicherten Türen ins Freie zu kommen. Zuhause goß ich mir als erstes einen großen Whiskey ein, Magen hin, Magen her. Ich traf bestimmte Vorkehrungen, zusammen mit Sam, und ich wartete. Der Anruf kam am Abend, 5 Minuten vor 8.

Jonas: Ja?

Frau Prof. Caligari: Ich spreche Ihnen meinen Glückwunsch aus, Jonas. Sie haben sich mit Geschick und Entschlossenheit Ihrer Therapie entzogen. Sie sind ein Mann von erheblichen Fähigkeiten. Könnten Sie sich vorstellen, in einer Organisation wie ZIP, falls es sie gäbe, einen Posten zu übernehmen?

Jonas: Reden Sie Klartext, Frau Professor. ZIP existiert, und ZIP arbeitet mit Methoden, die mir nicht gefallen.

Frau Prof. Caligari: Bitte, Jonas, lassen Sie kleinkarierte Moralbegriffe aus dem Spiel. Bleiben Sie nüchtern. Betrachten Sie unsere Organisation mit wissenschaftlicher Objektivität. Sie kennen das Problem. Jeder kennt es. Spätestens seit dem Einsetzen der permanenten Krise vor gut 30 Jahren. Fortschritt in der Biologie führt zu mehr Nahrungsmitteln, Fortschritt in der Medizin führt zur Verlängerung des Lebens, Fortschritt in der Technik führt zur Automatisierung. Die Folgen: immer weniger Arbeit, immer mehr Menschen, immer weniger Raum. Wie gesagt, das Problem ist seit langem bekannt. Aber wir haben erst jetzt gewagt, die Lösung ins Auge zu fassen. Die einzig mögliche Lösung.

Jonas: Und die wäre?

Frau Prof. Caligari: Ganz einfach: Die quantitative Verminderung des menschlichen Faktors.

Jonas: Also Mord. Massenmord. Danke, nichts für Jonas.

Frau Prof. Caligari: Schade. In diesem Fall sehen wir uns gezwungen, Ihre Behandlung bis zum ursprünglich vorgesehenen Ende fortzusetzen.

Jonas: Das habe ich erwartet. Ich habe Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Frau Prof. Caligari: Was wollen Sie denn tun? Zur Polizei gehen, zu den Medien, zum Staatspräsidenten? Versuchen Sie’s.

Jonas: Alle Informationen über ZIP und ihren sogenannten Feldversuch sind gespeichert. Wenn mir was passiert, oder wenn es eine neue Selbstmordepidemie geben sollte, in Babylon oder woanders, dann werden diese Informationen in sämtliche Dateien der Erde eingegeben. In öffentliche und in private. 90 Prozent davon werden Sie abwürgen können, mit Ihren Hilfsmitteln, und durch die hohen Herrschaften, die hinter Ihnen stehen, vielleicht auch 99 Prozent, aber 1 Prozent kommt durch. Und das, hochverehrte Frau Professor Caligari, wird Ihnen das Genick brechen.

Frau Prof. Caligari: Erpressung, wie ich sehe.

Jonas: Lassen Sie doch kleinkarierte Moralbegriffe aus dem Spiel.

Frau Prof. Caligari: Was verlangen Sie?

Jonas: Am liebsten würde ich sagen: lösen Sie ZIP auf und springen Sie aus dem Fenster.

Frau Prof. Caligari: So gut ist Ihre Verhandlungsposition nun auch wieder nicht, mein lieber Jonas.

Jonas: Ich weiß. Bleiben wir auf dem Teppich. Sie stellen alle Versuche mit der Selbstmorddroge ein.

Frau Prof. Caligari: Schon geschehen. Die Methode hat sich als zu riskant und vor allem als zu spektakulär erwiesen. Wenn uns schon ein kleiner Privatdetektiv auf die Schliche kommt.

Jonas: Ein mieser Schnüffler, sagen Sie’s ruhig.

Frau Prof. Caligari: Ist das alles?

Jonas: Noch eine Kleinigkeit. Der Tod von Adrian Delgado wird offiziell als Unfall deklariert. Ein Privatdetektiv ist seinen Klienten verpflichtet. Vor allem, wenn sie Judith heißen.

Frau Prof. Caligari: Einverstanden.

Jonas: Das wär’s. Jetzt müßten Sie sagen: Kommen Sie uns nicht noch mal in die Quere.

Frau Prof. Caligari: Bis zum nächsten Mal, Jonas.

Jonas: Ich fühlte mich nicht besonders. Klar, die Sache war soweit abgeschlossen, aber es fehlte was Wichtiges: Die gerechte Strafe für die Schuldigen. Früher soll’s anders gewesen sein. Aber was kann man schon erwarten von unserem verrückten 21. Jahrhundert. Ich fing an, mir leid zu tun, das gefiel mir nicht. Ich rief Judith an.

Judith: Hallo, Jonas.

Jonas: Sie sind `ne reiche Frau, Judith. 100.000 Euros. Von Onkel Adrians Lebensversicherung.

Judith: Sie haben den Fall gelöst?

Jonas: Sieht so aus. Haben Sie was vor heute Abend?

Judith: Nein.

Jonas: Kommen Sie zu mir. Ich erzähle Ihnen dann, wie es abgelaufen ist.

Judith: Wir könnten uns über Marlowe unterhalten, und über Bogie und Hammett und Casablanca.

Jonas: Und antike Videos sehen. In einer halben Stunde?

Judith: In einer halben Stunde, Jonas.

Jonas: Judith, ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Sam: Hrm. Wenn ich euer Herrlichkeit ein anderes Zitat zu bedenken geben dürfte: Der Detektiv ist ein Katalysator, kein Casanova. Raymond Chandler.

Jonas: Aber Sammy, ich glaube, du bist eifersüchtig.

Sam: Quatsch.

Jonas: Klapp das Bett raus. Und spiel, Sam. Spiel As Time goes by.

Jonas: Ich bin die letzte Instanz. Wenn Sie ein Problem haben, und nicht weiterkommen, mit der Polizei und so, dann wenden Sie sich an mich. Ich kann Ihnen wahrscheinlich auch nicht helfen, aber Sie haben ein besseres Gefühl. Vielleicht springen sogar 100.000 Euros für Sie raus. Und das ist doch was, oder?

Das war Testmarkt.
Eine Folge aus der Science-Fiction-Krimiserie Der letzte Detektiv von Michael Koser.
Den Detektiv Jonas sprach Bodo Primus.
Sein Supercomputer Sam war Joachim Wichmann.
Es wirkten außerdem mit: Karin Anselm, Renate Grosser, Jenny Thelen, Paul Bürks, Gernot Duda, Dieter Eppler, Wolfried Lier und andere (Franjo Marincic, Gerd Rubenbauer, Wolf Goldan).
Ton und Technik: Günter Heß und Christine Koller.
Aufnahmeleitung: Reiner Kositz. Regie: Heiner Schmidt.
Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks (1984).
Redaktion: Dieter Hasselblatt und Erwin Weigel.



Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Jonas1 am 02.04.2022 - 21:08.
Beitrag vom 02.04.2022 - 21:06
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