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| Bildung? Weniger ist besser! |
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Zitat Original geschrieben von Kristian
Hey Zille, ich hab den Gedanken des größten Problems beim Einschlafen noch mal gewogen und gedreht, weil mir so spontan nix eingefallen ist und mir das Superlativische der Fragestellung Probleme bereitet hatte. |
Ja, die ist zugegebenermaßen unfair - Du hast meine Mentalität schon recht gut beschrieben, denn ich wollte da wohl tatsächlich
Zitat Original geschrieben von Kristian
so einen allgemeinpolitischen Thread aufzumachen, dessen Voraussetzung ist, dass es ein Erkenntnisgefälle gibt, das man dann entsprechend ausgleichen kann. |
Aber abgesehen von der Pflege meines Ego gibt es vielleicht den angenehmen Nebeneffekt, daß ein paar spannende Thesen und Probleme auf den Tisch kommen; z.B. Deine:
Zitat Original geschrieben von Kristian
Ich glaube, dass das grundlegende und größte Problem das des Auseinanderfallens des (stofflichen) Warenkreislaufes mit der politischen Regulationsinstanz ist, die als Grundlage Demokratie und Wahrung der Menschenrechte hat. Das führt dazu, dass der Teil der Welt, der sich für demokratisch hält und behauptet, die Menschenrechte zu wahren, mit dem Teil der Welt paktiert, in dem von beidem keine Rede sein kann.(...) Damit untergraben wir die Glaubwürdigkeit unserer Werteordnung, weil wir den Widerspruch nicht auflösen können, dass "universelle" Werte nur im Rahmen unseres eigenen Regulationsrahmens gelten sollen, und wir überall sonst damit zufrieden sind, solange unsere Rohstoffe nur störungsfrei zu uns gelangen und uns somit unseren Lebensstil zu ermöglichen. |
(ausführlicher im Originalbeitrag)
Dabei ist mir eine Parallele zu einem Teilproblem in unserer Gesellschaft aufgefallen; dem gegenwärtigen radikalen Umbau des Bildungssystems.
Während es vor ein paar Jahren noch Reste eines humanistischen Bildungsideals gab, wurde dies im Zuge von Bologna/Bachelor-Reform, G8 und Zentralabitur entgültig & komplett aufgegeben. Wichtig ist inzwischen vorallem ein durchreguliertes, auf vermeindlich vergleichbare Noten fixiertes System, in dem Selbstdarstellungsmethoden (Präsentationen etc.) wichtiger sind als Inhalte.
Zur Zeit geben Schuldirektoren die Parole raus, daß mind. die Hälfte der Oberstufe sitzen bleiben muß - aufgrund der doppelten Jahrgänge können viele Schulen die Massen nicht bewältigen. Der einzelne Mensch? Egal, Sachzwänge sind nun mal indiskutabel!
In keinem anderen Industrieland gibt es eine stärkere Korrelation zwischen Einkommen der Eltern und Schulerfolg der Kinder? Egal, lassen wir uns lieber von der Jugendministerin erklären, wie gemein sich Kinder beschimpfen!
Hierzulande fehlen angeblich Zehntausende an gut ausgebildeten Menschen? Dann guckt euch mal genau an, wie aktuell und in den nächsten Jahren in sämtlichen Fächern die NCs steigen werden; angesichts doppelte Jahrgänge + Abschaffung der Wehrpflicht KANN man ja quasi nix anderes machen...
Wo die Parallele ist? Nun, wir Zitat Original geschrieben von Kristian
lassen zu, dass große Teile der Welt in einem Zustand verharren, der mit Menschenwürde nichts zu tun hat. |
und wir lassen sogar zu, daß diese Vorgänge in genau jenem Bereich der Gesellschaft verwurzelt werden, dem von sämtlichen politischen Akteuren jeder Couleur gebetsmühlenartig seine immanente Wichtigkeit attestiert wird.
Offensichtlich sind Kinder nur noch Material, bzw. Mittel zum Zwecke des Wirtschaftswachstums und zudem wird die unerträgliche globale Ungerechtigkeit gesellschaftlich abgefedert, wenn man die Menschen dümmer macht als sie sein könnten.
Denn weniger Bildung ist gut! Gut für die Parteien, gut für den Konsum, gut für Deutschland. Das Interesse an Fußball hat übrigens ungefähr in dem Maße zugenommen, wie politisches Interesse abgenommen hat.
Aber ohne Erziehung zur Selbstständigkeit, zur Reflexion und Kritik sind Menschen kaum fähig aus eigener Einsicht heraus zu handeln. So bleibt das Verhalten von Vorurteilen und Handlungsroutinen geleitet und ist weder selbstbestimmt noch frei. Glück ist unter einem solchen Ethos kaum möglich, eine gerechtere Welt schlicht unmöglich.
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"Es ist lustvoll, so für sich hin im Stil der Jugendbewegung - ich würde fast sagen - zu latschen.
Und es ist widerwärtig, im Gleichschritt zu marschieren" -- Walter Jens |
Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zuletzt von Zille am 26.10.2010 - 18:22.
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| Beitrag vom 26.10.2010 - 03:34 |
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